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Auf einen Schluck Wein in der DB


Die aktuellen Weißweine an Bord der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn schenkt nur noch Weine aus Deutschland in ihren Fernzügen aus. Das halten wir grundsätzlich für eine gute Entscheidung. Ob auch die Weinauswahl für gut befunden werden kann, mussten wir bei einer kurzen Verkostung klären und haben uns dazu im Zug herausgegriffen, was gerade verfügbar war...

Rheingau: Wein- und Sektgut Barth Riesling Classic 2011


Farblich mit einem satten Gelb und einer Spur Grün ausgestattet, bleibt in der Nase wenig vom diesem Glanz übrig. Hier wirkt der Riesling matt, gar leicht muffig und zeigt so gut wie keine Frucht. Am Gaumen herrscht dann Trockenheit vor, und neben der dominanten Säure suchen wir vergeblich ein Mehr an Geschmack. Allenfalls ein Anflug von Zitrone findet sich, die aber leider den Säureeindruck weiter verstärkt. Für den Jahrgang 2011 überrascht diese Vordergründigkeit. Unterm Strich ist der Wein aber trinkbar und zeigt durchaus Rieslingcharakter.

Rheinhessen: Weingut Matthias Keth Weissburgunder trocken 2011


Bei der Deutschen Bahn: Weingut Matthias Keth Weissburgunder trocken 2011

Weiter geht es mit einem Weißburgunder aus Rheinhessen, der auch volle Gelbtöne im Glas zeigt. In der Nase verwirren uns Aromen von Kohl und Sauerkraut, bevor sich eine schüchterne Frucht offenbart. Am Gaumen fehlt der Spritzer Säure, den der Riesling aus dem Rheingau zu viel hat, dafür liefert der Weißburgunder Birnenaromatik, wirkt aber im Gesamtbild flach wie eine Schallplatte. Leider hat diese einen Kratzer und bleibt im Abgang bei der Säure hängen. Wer sich unsicher ist, wie ein solcher Weißburgunder eigentlich schmecken soll, findet eine komplette Beschreibung auf dem Rückenetikett.

Rheinhessen: Weinhaus Brogsitter Grauburgunder Referenz trocken 2010


Bei der Deutschen Bahn: Weinhaus Brogsitter Grauburgunder Referenz trocken 2010

Der zweite Rheinhesse stammt aus dem Hause Brogsitter, der seit 1600 "Botschafter guten Weines" ist. Doch auch der große Titel liefert beim Eingießen lediglich ein blasses Gelb mit etwas Kohlensäure. In der Nase entdecken wir einen Hauch Mandel, wenig Frucht und Anklänge von Waldpilzen. Am Gaumen rund und voll, etwas breit mit milder Säure. Der Grauburgunder lässt sich erkennen, gibt aber keine weiteren Aromen preis und bleibt damit uninteressant.

 

Fazit: die Auswahl der Weißweine bei der Deutschen Bahn ist in Summe enttäuschend. Wir kennen etliche großartiger Weingüter, die den Deutschen Wein auf den Schienen besser repräsentieren würden!

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