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Sechs außergewöhnliche deutsche Rotweine - von Suffmeistern verkostet


Wir gehen stark auf den Winter zu, die Abende werden länger und traditionell steigt unser Verlangen nach dunklem Trinkvergnügen: Es ist Rotwein-Zeit! Nachdem das Weißwein-Paket der Sommeliers im Sommer bei Euch auf dankbare Kehlen getroffen ist, möchten wir Euch im Winter nicht auf dem Trockenen sitzen lassen. Erneut haben wir uns aufgemacht und sechs Suffmeister unseres Vertrauens zu ihren spannendsten Entdeckungen auf der roten Seite der vinophilen Macht befragt. Und da Weihnachten naht, enthält das Paket für Euch die besten aber budgetschonenden Empfehlungen unter 20€. Viel Spaß bei der Video-Verkostung!

Sebastian Bordthäuser aus dem Steinheuers Restaurant empfiehlt den 2011er Carpe Diem von Paul Schumacher

Sebastian Bordthäuser (Steinheuers**, Bad Neuenahr)

Der Wein: 2011 Carpe Diem, Spätburgunder, Weingut Paul Schumacher, Ahr

"Herbst-Winter, die Meute will Rotwein bechern. Soll sie auch, aber deutscher Rotwein, was ist das? Eigentlich nur Pinot, oder eben Spätburgunder. Der hat aber oft ein Problem, nämlich zuviel Holz, zuviel Alkohol und marmeladige Überreife. Wie eine alte, überschminkte Puffmutter. Das möchten wir aber nicht! Wir wollen straffes Bindegewebe und genau das bietet der Carpe Diem von Paul Schumacher. Seit gut 10 Jahren beackert der ehemalige Kellermeister einer Genossenschaft zusammen mit seiner Frau 3,5ha der besten Lagen im Ahrtal. Langlebigkeit und Mut zur Säure stehen an erster Stelle. Und so bringen naturnaher Anbau, zeitige Lese und spontane Vergärung schon bei den Einstiegsqualitäten enormen Spaß in die Flasche. Kirsche und Lorbeer in der Nase, etwas Tabak, im Mund ein feiner aber straffer Säurebogen, der das zarte Tannin und die subtile Mineralität mit ins Finish nimmt. Und wieder ist die Flasche leer…"

Stéphane Gass aus der Schwarzwaldstube empfiehlt den 2009er Birkweiler Spätburgunger von Peter Siener

Stéphane Gass (Schwarzwaldstube***, Baiersbronn)

Der Wein: 2009 Birkweiler Spätburgunger, Weingut Peter Siener, Pfalz

"Das Jahr 2009 ließ mit seinem idealen Klima in der Pfalz eine frühe Lese von extrem gesunden Trauben zu. Das Ergebnis sind farbintensive, reiche Rotweine mit gutem Tanningerüst. Dieser Spätburgunder wurde 12 Tage auf der Maische im Edelstahltank vergoren, danach bis August 2012 in neuen und gebrauchten Barrique-Fässern gelagert und dann ohne Filtration abgefüllt. In der Nase dominieren Cassisduft, Waldfrüchte und leichte Röstaromen, am Gaumen erscheint der Wein kraftvoll und doch elegant mit feiner, angenehmer Mineralität. Im Abgang bleibt eine spürbare Würze mit langem Nachhall. Der Wein ist ein idealer Partner zum Beispiel bei Kalbsrückenmedaillons mit Steinpilzen oder zur Rehkeule in Wacholderrahmsauce."

Gerhard Retter aus der Cordobar empfiehlt den 2012er Schwarzriesling vom Weingut Schnaitmann

Gerhard Retter (Fischerklause Lütjensee & Cordobar, Berlin)

Der Wein: 2012 Schwarzriesling 3stern, Weingut Schnaitmann, Baden-Württemberg

"Die Rebsorte Schwarzriesling oder auch Pinot Meunier wird leider nur noch in der Champagne gepflegt, wo sie ein wichtiger Bestandteil von hochwertigen Champagnern ist. Immer öfter jedoch wird sie auch reinsortig gefüllt und zeigt dann, was sie kann. Charaktervolle, langlebige Champagner aus Pinot Meunier sind mit das spannendste der hochklassigen Schaumweinwelt! Nur ein wahrer Könner, wie der Schwabe Rainer Schnaitmann, versteht es, auch stillen Rotwein aus ihr "prickeln" zu lassen. Wie kein anderer in Deutschland entlockt er dieser Rebsorte feine, elegante Aromen von Sauerkirsche, Brombeere, Himbeere, Veilchen sowie Bitterschokolade und zarte Tabaknoten. Am Gaumen wirkt dieser betörende Pinot sehr elegant, geradezu tänzerisch-verspielt, mit feingliedriger Säure und geschliffener Tanninstruktur. Würzaromen von Nelke, Zimt und etwas Vanille im Abgang runden das Gesamtbild ab und unterstreichen die Komplexität des Weines. Schlichtweg bezaubernd und trotzdem druckvoll. Ein idealer Begleiter zu Ente und delikatem Wild. Oder einfach, weil man Freude am Guten hat!"

Marco Franzelin aus dem Vendôme in Bergisch-Gladbach den 2012er "Just Riesling!" vom Weingut Hermannsberg an der Nahe

Marco Franzelin (Vendôme***, Bergisch-Gladbach)

Der Wein: 2012 Das kleine Kreuz, Weingut Rings, Pfalz

"Das Weingut Rings in Freinsheim in der Pfalz demonstriert, dass Deutschland auch im Rotwein-Bereich höhere Ziele anstrebt. Dieses Weingut sorgt derweil nicht nur im heimischen Lande für Aufsehen, sondern auch international. Das kleine Kreuz wird seinem Namen im besten Sinne nicht gerecht, bringt es doch alles mit, was ein großer Wein haben sollte: Ein intensives Aroma nach dunklen Waldbeeren und Cassisstrauch sowie eine feine Süße, die Noten von Kakaobruch und Lakritz hat. Die saftigen Tannine machen diesen Wein zu einem Schmeichler, den man durchaus mit aber auch gut mal ohne Essen trinken kann."

Billy Wagner aus der Rutz Weinbar in Berlin empfiehlt den 2011er Blauer Spätburgunder von Ziereisen

Billy Wagner (Rutz*, Berlin)

Der Wein: 2011 Blauer Spätburgunder, Weingut Ziereisen, Baden

"Offen gesagt: Ich bin kein Fan von deutschem Rotwein. Zu oft zuviel Holz, zuviel Alkohol. Pauschal gesprochen fehlt mir Gelassenheit und die nötige Zurückhaltung im Wein. Hans Peter Ziereisens Spätburgunder dagegen sind gerade im Einstiegssegment ganz anders. Dieser würzig-bodenständige Spätburgunder aus dem Dreiländereck Deutschland, Frankreich und der Schweiz kommt mit zarten 12 % Alkohol daher. Ausschließlich für 20 Monate im großen 3500 Liter Holzfass aus eigenem Holz ausgebaut, hat er die Balance, die ich persönlich suche. Keine Schwere, die den Trinkfluss blockiert; keine klebrig-marmeladige und süße Holzfrucht, die an Espresso erinnert. Viel Spaß beim Austrinken!"

Justin Leone aus dem Tantris in München empfiehlt den 2009er Cuvée Eva vom Weingut Theo Minges

Justin Leone (Tantris**, München)

Der Wein: 2009 Cuvée Eva, Weingut Theo Minges, Pfalz

"Eine klassische Bordeaux Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und einem Schuss Cabernet Franc, die ihrer französischen Inspiration erstaunlich nahe kommt. In kleinen Bordeauxfässern gereift, schmeckt man durchaus deutliche Röstnoten des Holzes und auch Rauch, als Hülle um üppige Fruchtaromen von Heidelbeeren, Cassis und Pflaumen. Trotzdem überdeckt das Holz nicht die delikaten Veilchennoten und der wunderbar harmonische und komplette Wein ist schon jung ganz reizend, wobei sich etwas Zeit in der Karaffe empfiehlt. Nach 4-6 Jahren im Keller wird der den Käufer aber noch reicher belohnen. Nur falsch verstehen darf man diesen Tropfen nicht: er will kein beliebiger Möchtegern Knipser „Cuvee X“ sein. Er spielt eine ganz andere Melodie, die für mich perfekt zwischen leichter Muse und anspruchsvoller Klassik liegt. Dies ist ein Wein, den fast jeder genießen wird – vom Anfänger bis zum Liebhaber des linken Bordeaux-Ufers – und der einen darüber hinaus durchaus länger beschäftigt."

 

Bestellmöglichkeit des Sommelier-Pakets:


Das Rotwein-Paket der Sommeliers

Ihr habt die Möglichkeit, das Paket bestehend aus den sechs besprochenen Flaschen bei Deutsche-Weine.com zu bestellen. Der Preis beträgt 99€ zuzüglich der Versandkosten. Hier geht es zum Online-Shop. Wir sind gespannt, welches Euer Favorit ist?

 

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