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Glückstropfen – die besten Weine aus den Weinbegleitungen der Sommeliers

„Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jene, aus denen man trinkt“, schrieb uns einst Joachim Ringelnatz ins Poesiebuch.

Genau das denken wir Sternefresser auch, wenn wir beim Schlemmen fröhlich und heiter am Gläschen nippen. Sicher: Für uns zählt vor allem, was auf dem Teller landet. Manchmal gibt es aber Momente, in denen die Musik noch ganz wo anders spielt, nämlich im Glas! Und zuweilen ist der edle Tropfen gar erst nötig, um das Feuerwerk der Aromen in den Speisen zu entzünden. Dann halten wir inne und danken Sommeliers und Winzern für unvergleichliche Sternstunden. Genau solche Momente wollen wir mit Euch teilen – hier sind unsere Glückstropfen.

Sancerre: Gérard Boulay – Clos de Beaujeu, 1998


Unser Glückstropfen: Der Clos de Beaujeu von Gérard Boulay

Unser erster Wein, der Teil der Weinbegleitung im Restaurant Tim Raue war, stammt von Gérard Boulay aus Chavignol bei Sancerre. Die nur neun Hektar umfassende Domaine hat großartige Lagen wie den "Monts Damnés" – und eben den "Clos de Beaujeu", deren Böden sich mit denen aus Chablis vergleichen lassen und noch von Hand (!) bearbeitet werden. Die Weine sind spontan vergoren, teilweise in gebrauchten Barriques ausgebaut und werden unfiltriert abgefüllt. Die Reben des Clos sind durchschnittlich 45 Jahre alt.

Unser Glückstropfen: Der Clos de Beaujeu von Gérard Boulay
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Der goldgelbe Sauvignon Blanc strahlt mit seinen grünlich-silbrigen Reflexen lebendig wie am ersten Tag und verrät uns sein Alter lediglich durch das Etikett. In der Nase erinnert er an Quitte, Stachelbeeren und Fenchel, und im langen Abgang hallt eine Spur Lakritz nach. Ein zurückhaltender Wein mit Körper, der elegant rund daherkommt und hinten raus druckvoll von einer starken Säure begleitet wird. Dieser Sancerre gehört nicht zu den komplexesten, aber dafür zu den exotischsten und verführerischsten seiner Art. Er wird sicherlich noch einige Jahre durchhalten, dürfte sich aber auf seinem Zenit befinden.

  • Zum Sancerre kochte Tim Raue Hiramé, Pomelo und Erdnuss

André Macionga aus dem Restaurant Tim Raue in Berlin kredenzte uns den 97er Sancerre (inzwischen ausverkauft) zu Hiramé, Pomelo und Erdnuss und präsentierte damit eine sehr spannende Paarung. Die japanische Flunder (auch als "Bastard-Heilbutt" bezeichnet) erhielt eine adäquate, nicht dominante Bühne – vor allem die Verbindung mit dem japanischen Essig funktionierte großartig. Noch vielschichtiger war jedoch das Zusammenspiel von Sancerre und Pomelo-Salat: Fruchtige Säure traf auf Exotik, beerige Frische auf die erdige Aromatik der Erdnussbutter – alles andere als eine brave Kombination, dafür hochinteressant und dreierlei Naturen des Glückstropfens offenbarend!

Steckbrief


Winzer: Gérard Boulay

Lage: Clos de Beaujeu

Anbaugebiet: Sancerre / Frankreich

Rebsorten: Sauvignon Blanc

Bezug über: Wein Visentin

Preis: 34,50 € (inkl. MWSt)

  • Zum Sancerre kochte Tim Raue Hiramé, Pomelo und Erdnuss
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