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Glückstropfen – die besten Weine aus den Weinbegleitungen der Sommeliers

„Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jene, aus denen man trinkt“, schrieb uns einst Joachim Ringelnatz ins Poesiebuch.

Genau das denken wir Sternefresser auch, wenn wir beim Schlemmen fröhlich und heiter am Gläschen nippen. Sicher: Für uns zählt vor allem, was auf dem Teller landet. Manchmal gibt es aber Momente, in denen die Musik noch ganz wo anders spielt, nämlich im Glas! Und zuweilen ist der edle Tropfen gar erst nötig, um das Feuerwerk der Aromen in den Speisen zu entzünden. Dann halten wir inne und danken Sommeliers und Winzern für unvergleichliche Sternstunden. Genau solche Momente wollen wir mit Euch teilen – hier sind unsere Glückstropfen.

Riesling: Weingut Keller – Riesling G-Max 2010


Unser Glückstropfen: Der G-Max 2010 von Klaus Peter Keller aus Rheinhessen

Der G-Max von Klaus Peter Keller aus Flörsheim-Dalsheim gehört zu der Sorte von Weinen, bei denen die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Denn die Anzahl der produzierten Flaschen des aus den besten Kalksteinlagen gelesenen Rieslings von alten Rebstöcken, der ursprünglich für den Eigenbedarf gedacht war, lässt sich schlichtweg nicht skalieren.

Der oft irrtümlich englisch ausgesprochene G-Max soll keinerlei Assoziationen zu Superlativen in Form eines fetten und überkonzentrierten Weines wecken. Der Name ist vielmehr eine Verbindung zwischen Klaus Peter Kellers Ururgroßvater Georg und der jüngsten Generation, Sohn Maximilian, der schon fleißig im Weingut mitarbeitet.

Dass der G-Max, wie der Name vermuten lassen könnte, keine muskulöse Karikatur eines Rieslings ist, erfährt nur, wer den Wein im Glas hat: Farblich kommt er in einem hellen Gelb-gold mit grünen und silbernen Reflexen daher. Jung wie er ist, erkennen wir noch leichte, feine Bläschen von der kürzlichen Abfüllung. In der Nase strömt uns der pure Kalk entgegen, wie wir es von kaum einem anderen Wein kennen. Dominant sind jedoch mineralische Noten, an die sich schüchterne Pfirsicharomen und florale Noten von Maiglöckchen und Holunderblüte anschließen. Mit dem Belüften wird die zarte Frucht klarer: Im Glas bauen sich Pomelo und Grapefruit auf, dann erkennen wir feine Kräuternoten von Anis und Enzian. Eine edle Mandelnote rundet das Erlebnis ab, doch im Kern bleibt mineralischer Kalk.

Unser Glückstropfen: Der G-Max von Klaus Peter Keller aus Rheinhessen
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Im Mund kommt der Riesling am besten bei einer höheren Temperatur zur Geltung. Bei etwa 12 Grad Celsius zeigt sich die wahre Komplexität des Weines. Dann nämlich offenbart sich ein großes Spiel aus Frucht, Mineralität und Säure. Das Interessante am G-Max ist jedoch seine Vollständigkeit. Die vibrierende Säure des frischen und druckvollen Rieslings entwickelt sich im Mund. Der Wein hat eine gnadenlose Spannung und wirkt so kraftvoll bei einer erfrischenden Leichtigkeit, wie es nur ein großer Wein kann. Der G-Max ist nicht muskulös, nicht schwer, sondern leicht und bietet bereits jetzt große Trinkfreude.

Wir haben die Flasche über mehrere Tage verkostet – ein Vorgehen, was wir jedem Konsumenten empfehlen würden. Nur so zeigt der Wein, was man im Restaurant nicht greifen kann. Direkt nach dem Öffnen zeigt sich der G-Max unerwartet offen, ist wunderbar zugänglich und macht große Freude – Zeichen der noch nicht lange zurückliegenden Abfüllung. Wenige Stunden nach dem Öffnen verschließt er sich förmlich, um sich dann erst am nächsten Tag wieder zu öffnen. Dann schmeckt er noch mineralischer, mit einer Spur Cremigkeit. Nach drei Tagen erscheint der nicht enden wollende Abgang am intensivsten, und die minimale Fruchtsüße, die er nach dem Öffnen, hatte ist verflogen. Ein Traumstoff, der reflexartiges Lächeln resultieren lässt – und dies wird in fünf bis zehn Jahren noch breiter ausfallen, da der Wein noch komplexer wird!

Klaus Peter Keller übt sich kürzer, aber mit treffenden Worten: "G-Max: Der Wein, der über den Wolken schwebt."

Zu Kellers G-Max schickte Kevin Fehling Gillardeau-Auster und Eisbein vom Jungschwein

Wir erlebten den G-Max im Belle Epoque in Travemünde, wo er uns von Maître und Sommelier David Eitel kredenzt wurde und Gillardeau-Auster und Eisbein vom Jungschwein virtuos begleitete. Alle Komponenten des Gerichtes, auch das Petersiliencoulis, das Sauerkraut sowie der intensive Meerrettichstaub, fanden in dem Rheinhessen einen Sparringspartner auf Augenhöhe, der Kevin Fehlings Kreation zu einer Götterspeise erhob.

Steckbrief


Winzer: Klaus Peter Keller

Lage: aus besten Kalksteinlagen

Anbaugebiet: Rheinhessen / Deutschland

Rebsorten: Riesling

Bezug über: Pinard de Picard oder Belvini

Preis: 245 € (inkl. MWSt)

  • Unser Glückstropfen: Der G-Max 2010 von Klaus Peter Keller aus Rheinhessen
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