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Glückstropfen – die besten Weine aus den Weinbegleitungen der Sommeliers

„Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jene, aus denen man trinkt“, schrieb uns einst Joachim Ringelnatz ins Poesiebuch.

Genau das denken wir Sternefresser auch, wenn wir beim Schlemmen fröhlich und heiter am Gläschen nippen. Sicher: Für uns zählt vor allem, was auf dem Teller landet. Manchmal gibt es aber Momente, in denen die Musik noch ganz wo anders spielt, nämlich im Glas! Und zuweilen ist der edle Tropfen gar erst nötig, um das Feuerwerk der Aromen in den Speisen zu entzünden. Dann halten wir inne und danken Sommeliers und Winzern für unvergleichliche Sternstunden. Genau solche Momente wollen wir mit Euch teilen – hier sind unsere Glückstropfen.

Spätburgunder: August Kesseler – Höllenberg, 2009


Unser Glückstropfen: Der Clos de Beaujeu von Gérard Boulay

August Kesseler ist mit dem Titan unter den deutschen Spätburgundern nicht nur der Rotweinkönig des Rheingaus. Er hat auch zehn Jahre lang zusammen mit Joachim Wissler das Schloss Reinhartshausen geführt.

Die Rotweine des etwa 20 Hektar umfassenden Weinguts August Kesseler unterscheiden sich deutlich von anderen Gewächsen aus dem Anbaugebiet. Die im Barrique ausgebauten Spätburgunder sind kräftig und vom Holz geprägt. Sein Assmannshäuser Höllenberg stammt aus einer der renommiertesten Rotweinlagen. Er wird nur in den besten Jahren abgefüllt und ist entsprechend rar – die Suche nach ihm wird aber mit einem großartigen Trinkerlebnis belohnt.

Unser Glückstropfen: der Höllenberg von August Kesseler
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Der Spätburgunder zeigt ein ein tiefes Granatrot, mit einer zwiebelschalenfarbenen Bräune zum Rand hin. In der Nase strömt einem Süßkirsche entgegen, begleitet von Holunderblüten. Bei etwas Belüftung und mit zunehmender Wärme treten pflaumige Aromen mit Kräutern wie Salbei, einer Spur Zimt und Tabak in den Vordergrund.

Am Gaumen zeigt sich die wahre Eleganz des Weins. Eine dezente Süße, ausgelöst durch Kirscharomen, geht über in voluminöse Pflaumen- und Kräuteraromen und endet in einem Abgang, der das gut eingebundene Holz durchkommen lässt. August Kesselers Höllenberg trinkt sich momentan wunderbar auf der fruchtigen Seite, er wird aber wohl in fünf bis zehn Jahren noch an Komplexität gewinnen. Ein absolut gelungener Spätburgunder aus Deutschland, der sich herrlich trinken lässt, voller Aromen steckt und nicht übersättigt.

Zum Höllenberg kochte Sven Schweinebauch und Jungschweinebauch

Mit dem Höllenberg begleitete Sommelier Jürgen Giesel die jüngste Götterspeise von Sven Elverfeld im Wolfsburger Aqua, Kaisergranat & Jungschweinebauch vom Holzkohlegrill, Ochsenherz-Tomate, Krustentiermayonnaise und Balsamico-Emulsion. Gerade auf die sehr intensiven Komponenten Mayonnaise und Emulsion war der Rheingauer hervorragend abgestimmt – er lieferte die notwendige Süße und die Cremigkeit, die dem Gericht Paroli bieten konnten. Und schon beim ersten Bissen zeigte sich, warum Giesel einen 2009er Höllenberg servierte: Nur so jung hat er ausreichend Säure, um dem Balsamico etwas entgegensetzen zu können. Die deutlichen Cassis-Töne des deutschen "Premier Grand Crus" vervollständigen zusammen mit dem Schweinebauch eine Paarung, wie wir sie uns besser nicht hätten wünschen können.

Steckbrief


Winzer: August Kesseler

Lage: Assmannshäuser Höllenberg

Anbaugebiet: Rheingau/ Deutschland

Rebsorten: Spätburgunder

Bezug über: Vinea.de

Preis: 98 € (inkl. MWSt)

  • Unser Glückstropfen: der Höllenberg von August Kesseler aus dem Rheingau
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