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Seien wir ehrlich: So gut die Kreationen unserer besten Köche auch sind, bleibt das Essen doch ein sehr flüchtiges Vergnügen. Man speist, genießt und begeistert sich – und doch verblasst mit der Zeit die Erinnerung. Manchmal aber, meist völlig unerwartet, bekommt man es mit einem Gericht zu tun, das sich förmlich in jenen noch unerforschten Bereich des Gehirns einbrennt, der für die Speicherung kulinarischer Offenbarungen zuständig ist. Solche Erlebnisse sind es, wonach jeder Gastrosoph sucht: Mit unserer neuen Serie geben wir all jenen Gerichten eine Bühne, an die wir seit Monaten, manchmal gar seit Jahren immer wieder denken müssen. Jene Geniestreiche großer Köche also, bei denen man schon nach dem ersten Bissen weiss, dass man es mit einem Geschmackserlebnis für die Ewigkeit zu tun hat.

Hier findet Ihr die neusten Götterspeisen

Götterspeise 45: Jonnie Boers zerstörter Apfelkuchen


Eine Götterspeise von Jonnie Boer ist der zerstörte Apfelkuchen von Oma im De Librije in Zwolle
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Wir waren im De Librije derart durch das Menu euphorisiert, so dass wir unbedingt noch ein Dessert probieren mussten und orderten Omas zerstörten Apfelkuchen nach. In einer Holzkiste an den Tisch gebracht, ist dieser Apfelkuchen die wohl beste Dekonstruktion eines Klassikers, die uns je serviert wurde. Der Apfelkuchen ist in seine Bestandteile zerlegt – warme Apfelstücke, Teigbrösel, Zimt (als Parfait), Vanille (Gelee), Nelken (Schokolade) und Sternanis (Schokolade) sowie Rum (als Eiscrème) – wobei jedes Element Sinn ergibt. Egal, ob alles einzeln oder in Kombination gegessen wird, es schmeckt einfach so fantastisch, dass sich ein lange anhaltendes "Mhmmm" über den Tisch legt. Berauschend und unvergesslich.

Den kompletten Bericht zu unserem De Librije-Besuch findet Ihr hier.

Götterspeise 44: Lachs und Buttermakrele von den Wilbrand-Brüdern


Lachs und Buttermakrele ist eine Götterspeise von den Wilbrand-Brüdern in der Post in Odenthal
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Nach einem eher rustikalen, aber hervorragenden Einstieg in das Menu, erreicht uns mit den Filets vom Red King Salmon und der Buttermakrele ein sehr puristischer Gang. Die Zurückhaltung und beinahe japanischen Anmutung verblüfft zunächst – fasziniert aber auch visuell. Die geschmackliche Ausgestaltung versetzt uns dann geradewegs in Verzückung. Die beiden Fischteile sind von allerbester Qualität und wunderbar mild. Subtil umspielt werden sie lediglich von Rettich und fermentiertem Selleriesaft, wodurch das Produkt voll im Fokus steht. Mehr Beiwerk benötigt es nicht, um eine Götterspeise auf den Teller zu bringen.

Den kompletten Bericht zu unserem eindrucksvollen Besuch bei den drei Wilbrand-Brüdern in der Post in Odenthal findet Ihr hier.

Götterspeise 43: Steinpilz mit Araguanischokolade und Granatapfel von Christian Hümbs


Eine Götterspeise von Christian Hümbs im la Mer ist Steinpilz mit Araguanischokolade und Granatapfel
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Mit Steinpilz mit Araguanischokolade und Granatapfel schenkte uns Christian Hümbs in seinem Aromenmenu einen besonderen kulinarischen Moment. Der aus sechs Schichten bestehende Hauptgang des Dessertmenüs setzt sich aus Steinpilz-Schokoladenbiskuit, Knuspernougat, Steinpilz-Schokoladenmarmelade, dunkler und heller Crème sowie Schokoladenglasur zusammen und bringt genau das auf den Teller, was wir bei jedem Restaurantbesuch aufs Neue herbeisehnen: Einzigartigkeit, Harmonie, Abwechslung – und eine Prise Koch-Wahnsinn. Die Verbindung von Schokolade und Steinpilz gelingt vortrefflich und erhält mit den Baisers nicht nur die nötige Komplexität in der Konsistenz, sondern erfährt durch die Räucherung derselben eine zusätzliche Ausschmückung. Die herzhafte Seite des Gerichtes wird so stärker hervorgehoben und die Pilzaromatik unterstrichen.

Das dazu gereichte Schwarzbier von Braufactum betont den vollmundigen Charakter des Gangs. Müssen wir erwähnen, dass es sich um eine Götterspeise allererster Güte handelt?

Den kompletten Bericht zum Aromenmenu im La Mer findet Ihr hier.

Götterspeise 42: Gebratene Foie Gras von Heston Blumenthal


Eine Götterspeise von Heston Blumenthal im Fat Duck ist die Gebratene Foie Gras
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Mit diesem Gang versetzen uns Heston Blumenthal und sein Team in pure Euphorie. Gebratene Foie Gras mit Rhabarber, braisertem Konbu und Krabbenbisquit ist das beste Gericht von gebratener Gänseleber, das wir je verspeisen durften: die Foie Gras von herausragender Qualität und Garung, in der Textur von perfektem Schmelz, ohne matschig zu sein, im Geschmack intensiv, ohne jene "tranige" Fettigkeit, die Foies so oft anhaftet. Die aufgestreute und wunderbar austarierte Würzmischung harmoniert ideal mit der Leber und bringt sie aromatisch noch weiter nach vorne. Das Rhabarber-Gel sorgt für die nötige Frische und Säure. Alles zusammen eine göttliche Götterspeise, wenn es denn je eine gab.

Den kompletten Bericht zu unserem Besuch im The Fat Duck findet Ihr hier.

Götterspeise 41: Rote-Bete-Macaron von Christian Bau


Eine Götterspeise von Christian Bau von Schloss Berg ist der Rote-Bete Macaron mit Gänseleber
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Gänseleber mit Roter Bete & Rauchaal: Der extrem luftige Rote-Bete-Macaron ging mit der hauchdünn aufgetragenen Räucheraalcreme und der Gänseleberterrine eine Allianz ein, die in Sachen Spannung bei gleichzeitiger Harmonie ihresgleichen sucht: Die minimale Süße der Roten Beete, die intensive Würzigkeit des Aals und die Geschmeidigkeit der exzellent gewürzten Foie Gras harmonieren am Gaumen fantastisch. Zudem zeigte sich hier, wie wichtig es auch bei den Amuses sein kann, zwei Elemente der selben Kreation zu reichen – wir zumindest waren nach der umwerfenden Wirkung des ersten Happens erst beim zweiten Macaron wieder ausreichend bei Sinnen, um die aromatischen Schattierungen angemessen zu würdigen.

Begeisterung löste dieses Element bei uns auch visuell aus. Bau gehört zweifelsohne zu den großen europäischen Teller-Ästheten, wie er bei unseren Besuchen in den Jahren 2010 und 2011 bewies.

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